Grenzgänge: Stadttourismus als Bildungsfaktor für vorurteilsbewusstes Handeln von Jugendlichen
Im Projekt Grenzgänge erschließen Jugendliche sich und anderen Berliner Lebenswelten, präsentieren sie interessierten Berlin-Besucher_innen, Schulklassen oder auch ausländischen Gruppen. Sie nehmen Einblick in die Welt des Tourismus, des Gastgewerbes und anderer Serviceorganisationen. Dabei entwickeln sich Berufs- und Arbeitsfeldorientierung wie auch soziale Kompetenzen.
I. Ausgangssituation
Eine schulische Berufsausbildung erscheint vielen Jugendlichen als die Alternative, wenn es mit einem betrieblichen Ausbildungsplatz nach der Schule nicht sofort klappt. Was allerdings weniger in ihrem Blick ist: Berufsbildende Schulen können die praktischen beruflichen Anforderungen nur selten in dem Maße vermitteln, wie es in der betrieblichen dualen Ausbildung der Fall ist. Damit fehlt ein wichtiger Motivationsfaktor für das Lernen. Die SchülerInnen ihrerseits nehmen die Zeit an der berufsbildenden Schule oftmals als verlängerte Schulzeit wahr, ohne sich auf die näher rückende Ernstsituation Praxis wirklich einzustellen. Wie schafft man also an der Schule Ernstsituationen, in denen die SchülerInnen praktisch, qua Erfahrung, lernen können? Auf diese Frage haben die Mitarbeiterinnen des Projekts Grenzgänge von FiPP e.V. – Fortbildungsinstitut für die pädagogische Praxis eine erfolgversprechende Antwort gefunden. Sie unterstützen Jugendliche dabei, den boomenden Stadttourismus Berlins als Praxislern- und –übungsfeld für berufliche Schlüsselqualifikationen zu nutzen.
Grenzgänge als Projekt führt fort, was mit dem Vorhaben „Ich bin ein Berliner“ schon seit sieben Jahren erfolgreich praktiziert wird: Jugendliche erschließen sich und anderen Berliner Lebenswelten, präsentieren sie interessierten Berlin-BesucherInnen, Schulklassen oder auch ausländischen Gruppen. Sie nehmen Einblick in die Welt des Tourismus, des Gastgewerbes und anderer Serviceorganisationen. Dabei entwickeln sich Berufs- und Arbeitsfeldorientierung wie auch soziale Kompetenzen.
II. Das Konzept Grenzgänge
Unternehmen, Industrie- und Berufsverbände beklagen seit Jahren die mangelnde Ausbildungsreife von Schulabgänger_innen. Vielen Jugendlichen, die nach dem Schulabschluss eine Berufsausbildung beginnen wollen, fehlt es neben grundlegenden Kenntnissen in Hauptfächern an sogenannten „soft skills“ wie Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, kommunikative und interkulturelle Kompetenz. Einige sind unsicher in ihrem Auftreten, insbesondere gegenüber unbekannten Menschen, andere haben Schwierigkeiten sich auszudrücken. Dies mindert ihre Chancen, die Schwelle ins Berufsleben zu überwinden.
An dieser Diskrepanz zwischen Schule und Praxis setzt das Projekt Grenzgänge an. Die Mitarbeiterinnen kooperieren mit berufsbildenden Schulen und bieten hier Praxislernen im Rahmen von Unterricht an. Beispielhaft öffnet das Vorhaben den SchülerInnen die Stadt als Erfahrungs- und Lernraum. Die Jugendlichen gehen aus der Schule heraus, besuchen zunächst touristische Anziehungspunkte in der Stadt. Später erkunden sie auch den Kiez rund um ihre Schule oder einen Stadtteil ihrer Wahl. Dabei lernen sie nicht nur Sehenswürdigkeiten kennen, sondern suchen auch Einrichtungen der touristischen Infrastruktur auf – Hotels, Gaststätten, Informationszentren, Museen und andere kulturelle Einrichtungen – und befragen MitarbeiterInnen, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und ZeitzeugInnen.
Diese Recherchen bilden die Grundlage für Stadtteilführungen, die die SchülerInnen Jugendgruppen, in- und ausländischen TouristInnen oder anderen Interessierten anbieten und präsentieren. In der Begegnung mit den Gästen, die nicht selten auch andere Milieus, eine andere Religion oder Herkunft als die gastgebenden Jugendlichen repräsentieren, besteht die Möglichkeit, vorgefertigte Bilder und Meinungen infrage zu stellen, gibt es Raum für interkulturelle Lernprozesse.
Während das Lernen in der Schule weitgehend abstrakt bleibt, können die SchülerInnen im Stadtteil selbst agieren, Orte mit allen Sinnen erkunden und Menschen Geschichten als Geschichte entlocken. Handeln in der Praxis unterstützt ihre Selbstständigkeit, Motivation und Kreativität. Die Vorbereitung auf die Stadtführung für interessierte Gruppen und die Führungen selbst haben Ernstcharakter und fordern die Jugendlichen heraus, ihre Ressourcen zu nutzen und anzureichern. Indem die reale Lebenswelt zur Grundlage ihrer Präsentation wird, erschließt sie sich den Jugendlichen selbst in neuer, sie überraschender Weise. Mit Verwunderung und verhaltenem Stolz stellen sie fest, dass sich die Gäste für das interessieren, was sie ihnen zu erzählen haben.
Das Konzept wird ergänzt durch Empowerment und Antirassismus-Trainingssequenzen, in denen die Jugendlichen ihre Diskriminierungserfahrungen, aber auch ihre eigenen Vorurteile bearbeiten können. So wird es möglich, Handlungsfähigkeit in diesem Themenfeld zu stärken.
Die Lehrkräfte der Schulen nehmen aktiv am Projektunterricht teil. Sie erweitern so ihre methodischen Kompetenzen und werden in die Lage versetzt, diese Form des Unterrichts auch nach Projektende weiterzuführen. Zusätzlich wird ihnen ein Diversity- bzw. Anti-Bias-Training angeboten.
III. Strategische Kooperationen
Grenzgänge hat mit drei berufsbildenden Schulen Kooperationen erarbeitet: In der Carl-Legien-Schule (Berufsschule und Berufsfachschule), dem Oberstufenzentrum (OSZ) LOTIS (Logistik, Touristik, Immobilien, Steuern) und dem OSZ Gastgewerbe (Brillat-Savarin-Schule) werden wöchentlich 3 bzw. 1,5 Stunden Projektunterricht angeboten, zum Teil in mehreren Klassen.
Bei der intensiven Beschäftigung mit dem Tourismus in Berlin, bei der Entwicklung und dem Angebot von Stadtführungen sowie bei der Gewinnung von Gästegruppen nutzen die Mitarbeiterinnen von Grenzgänge das Know-how einer ganzen Reihe von Partnern: darunter das Internationale Jugendgästehaus des Deutschen Jugendherbergswerks, das Meininger Hostel, die renommierte Stadtführungsagentur JODOCK – Die Kulturvermittler, die aus dem Projekt „Ich bin einer Berliner“ hervorgegangene Jugendserviceagentur Wir sind Berlin gUG, das Quartiersmanagement Schillerpromenade in Neukölln.
Die beteiligten Jugendlichen entstammen zu ca. 90 Prozent Migrantenfamilien, deshalb kooperiert Grenzgänge mit Fachkräften der Antidiskriminierungs- und antirassistischen Arbeit und dem Referat Migration der Landesgeschäftsstelle des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes DPW. Für die interkulturelle Bildung werden auch Angebote Berliner Kulturinstitutionen wie des Jüdischen Museums, des Theaters im Ballhaus Naunynstraße oder Informationsbesuche in der Werkstatt der Kulturen genutzt.
Die Projekt-Selbstevaluation wird von Camino Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen Bereich gGmbH fachlich begleitet.
IV. Ziele, Inhalte, Methoden – Grenzgänge als Lern- und Arbeitszusammenhang
Die Projektarbeit folgt dem Ansatz des Praxislernens. Dieser nimmt die Interessen und die Ressourcen der Jugendlichen auf und erschließt Erfahrungsräume außerhalb der Schule im gesellschaftlichen Leben. Im Praxislernen verbindet sich das Handeln im öffentlichen Raum mit der Reflexion dieser Tätigkeit.
Die Ziele des Projekts Grenzgänge liegen in der Stärkung und Erweiterung von Kompetenzen, die Jugendliche beim Einstieg in die Berufs- und Arbeitswelt im Rahmen einer transkulturellen Gesellschaft benötigen, in verbesserten Kenntnissen eigener Stärken, Interessen, Wünsche. Die Projektarbeit zielt aber auch auf die Wahrnehmung eigener und von außen gesetzter Grenzen sowie von Handlungsmöglichkeiten gegen Diskriminierungen.
Grenzgänge baut auf eigener Expertise aus Vorgänger-Projekten im Bereich Stadt und Stadtteiltourismus auf, insbesondere auf dem Projekt „Ich bin ein Berliner“. Darin eingeschlossen sind langjährige Praxiskontakte und nachhaltige Projektergebnisse wie das touristische Jugendunternehmen „Wir sind Berlin“ gUG. So kann das Konzept verlässliche Zugänge in das touristische Feld nutzen.
Phasen der Projektarbeit:
- Gemeinsam mit den Projektverantwortlichen und Lehrkräften besuchen und erkunden die Jugendlichen touristische Orte. Hier interviewen sie PassantInnen, TouristInnen, StadtteilbewohnerInnen, um ein lebendiges Bild von der Lebenswelt eines Quartiers zu bekommen. Auch Theater- und Ausstellungsbesuche, Gespräche im Quartiersmanagement oder in Kulturinstitutionen stehen auf dem Programm.
- Jede Aktion wird vorbereitet und ausgewertet. Zum Beispiel hat sich gezeigt, dass es bei einigen eine Scheu gibt, Fragen zu stellen. Deshalb wird im Vorfeld eines Besuchs oder Gesprächs in einer Institution jede/r Jugendliche aufgefordert, sich drei Fragen zu überlegen und tatsächlich zu stellen. Fragefähigkeit sehen die Projektmitarbeiterinnen als Schlüsselqualifikation an. Die Auswertungen wiederum geben überaus wichtige Hinweise auf Selbsteinschätzungen und auf den Wissens- und Kompetenzzuwachs der einzelnen Jugendlichen. Wenn manche Jugendliche im Nachgang zu Theater- oder Ausstellungsbesuchen, die für sie keineswegs alltäglich oder selbstverständlich sind, Fragen stellen oder ihre Beobachtungen mitteilen, kann das als verstärkte Neugier und Wahrnehmungsbereitschaft gewertet werden.
- Mit den erarbeiteten Kenntnissen und Kompetenzen bereiten nun die Gruppen eigene Stadtführungen vor, um sie schließlich in der Ernstsituation möglichst gleichaltrigen Berlin-BesucherInnen zu präsentieren. Die Rundgänge beziehen die Erfahrungswelt der Jugendlichen – die Berliner Vielfalt ebenso wie ihre eigene Religion und Kultur - mit ein. Auch erlebte Diskriminierung wird damit zum Thema.
Die Jugendlichen agieren während der Führungen arbeitsteilig, erleben hier die eigene Gruppe auf ganz unmittelbare Weise als Team. Die Situation, dass Gäste erwartungsvoll vor ihnen stehen, fordert neben ihrem Wissen ihre kommunikative und Präsentationskompetenz heraus. Das Interesse der geführten Gruppen kann dazu beitragen, das Selbstbewusstsein von Schülerinnen und Schülern, ihre Identifikation mit der Stadt und ihren Möglichkeiten zu stärken. Auf beiden Seiten gibt es nach der Begegnung einen Wissenszuwachs über die jeweils „Anderen“. Die Besuchergruppen zahlen einen Teilnahmebeitrag. Dieser wird für ein gemeinsames Essen verwendet, das ebenfalls dem gegenseitigen Austausch dient.
- Die Themen Diskriminierung und Rassismus begleiten die Zielgruppen in der Schule und während der Projektarbeit. Den Mitarbeiterinnen von Grenzgänge geht es darum, diese Phänomene nicht als unvermeidbar hinzunehmen, sondern den Jugendlichen zu vermitteln, dass sie etwas dagegen tun können. Das schließt auch ein, dass SchülerInnen, Lehrkräfte, SozialpädagogInnen sich eigener Vorurteile bewusst werden und die Bereicherung erkennen, die in der Vielfalt liegt. Das Projekt Grenzgänge bietet in diesem Zusammenhang Empowerment, und Anti-Rassismus- und Diversity-Training an.
V. Erfolgsfaktoren
- Grenzgänge baut auf Erfahrungen von Vorgängerprojekten auf und kann deshalb einen bereits erfolgreichen Ansatz mit neuen Zielgruppen vervollkommnen.
- Dem Projekt ist es bisher gelungen, sich flexibel auf verschiedene Zielgruppen Jugendlicher einzustellen: auf Haupt- und RealschülerInnen, auf SchulabgängerInnen in der Berufsorientierung und jetzt im Rahmen von Grenzgänge auf SchülerInnen berufsbildender Schulen, darunter auch Jugendliche mit erhöhtem Lernförderbedarf. Bei Haupt- und Realschulklassen wurde das Kiezumfeld der Jugendlichen unmittelbar in die Führungen einbezogen. Dies lässt sich mit den Klassen der Oberstufenzentren nicht umsetzen, weil die SchülerInnen aus allen Berliner Stadtteilen kommen. Deshalb werden für die Stadttouren entweder das Umfeld der Schule oder Quartiere ausgewählt, die die SchülerInnen selbst vorschlagen.
- Der Projektunterricht Praxislernen im Stadttourismus bietet eine ideale Ergänzung zum überwiegend abstrakten schulischen Lernen. Er ist kein freiwilliges Angebot, sondern Teil des Pflichtunterrichts bzw. des Wahlpflichtunterrichts. Damit hat er eine hohe Verbindlichkeit, was gerade für diejenigen Jugendlichen wichtig ist, die zunächst mit Scheu und Skepsis an die hier gestellten Aufgaben herangehen.
- Indem das Projekt die Ressourcen, Erfahrungen, Wünsche der Jugendlichen aufnimmt, wird Lernen stärker selbstbestimmt und erhält dadurch einen eher beiläufigen Charakter: Wissenslücken werden von den SchülerInnen selbst wahrgenommen und bewusst ausgeglichen. Weil praktische Aufgaben mit Ernstcharakter gestellt werden, arbeiten die Jugendlichen in den meisten Fällen motiviert an Lösungen, die dann in den Stadtführungen präsentiert, somit überprüft und revidiert werden können.
- Durch die Begegnungen entstehen Kontakte zu unbekannten Menschen - Jugendgruppen aus Deutschland, aus dem europäischen und nichteuropäischen Ausland. Das erfordert hohen kommunikativen Einsatz. Während der Begegnungen findet interkulturelles Lernen statt – unmittelbarer, als es in einer schulischen Trainingssituation möglich ist.
- Die am Projekt teilnehmenden LehrerInnen bekommen eine neue, ergänzende Sicht auf Potenziale ihrer SchülerInnen, die ihnen im Schulalltag verborgen bleiben. Diese Erfahrungen wiederum sind geeignet, die PädagogInnen anzuregen, Praxislernen zukünftig zum Teil ihres Unterrichts werden zu lassen.
VI. Herausforderungen
Obwohl das Thema „Stadtführung“ Ausbildungsinhalte der meisten beteiligten SchülerInnen berührt (Gastgewerbe und Tourismus), fällt es vielen oft schwer, die Verbindung zwischen beiden herzustellen. Dabei sehen sich z.B. eine Fachkraft im Gastgewerbe und ein Stadtführer durchaus einer Reihe ähnlicher Anforderungen gegenüber, abgesehen davon, dass beide sich einigermaßen gut in der Stadt auskennen sollten. Z.B. müssen beide gut mit anderen Menschen kommunizieren, sensibel Fragen und Wünsche der Gäste wahrnehmen, selbstbewusst und der jeweiligen Situation angemessen auftreten. Diese Übereinstimmung muss den Jugendlichen als roter Faden durch die gesamte Zeit des Projektunterrichts immer wieder bewusst gemacht werden.
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Weil das Praxislernen im Stadtraum mit vielen neuartigen, ungewöhnlichen Aufgaben und dabei auch mit Erlebnissen, Aufregung und Spaß verbunden ist, entsteht für die Jugendlichen wie für die LehrerInnen manchmal der Eindruck, dass Lernen gar nicht stattfindet. Lernen muss mühevoll sein, das ist das übliche Underlining konventioneller Wissensvermittlung. Deshalb werden die Mitarbeiterinnen von Grenzgänge gelegentlich eher als Aktionsmoderierende denn als Lehrkräfte gesehen.
Lehrkräfte und Projektmitarbeiternnen verkörpern während des Projektunterrichts zwangsläufig unterschiedliche Rollen: Die Lehrkraft muss Fachwissen, das auch benotet wird, in einem festen zeitlichen Rahmen vermitteln. Der Pädagogin geht es vor allem um soziale Kompetenzen, um Gruppendynamik und gegebenenfalls auch um Problemlösungen bei einzelnen. Dafür muss der Zeitrahmen flexibel bleiben. Das Verhältnis zwischen Lehrkraft und Schülernnen ist hierarchisch, während die Pädagogin partnerschaftlich zu arbeiten versucht. Das birgt einiges Konfliktpotential, das nur entschärft werden kann, wenn Lehrkraft und Projektmitarbeiterin gut und kontinuierlich miteinander im Gespräch sind.
Der Projektunterricht verlangt, um sinnvoll gestaltet zu werden, bestimmte organisatorische Rahmenbedingungen: z.B. einen Umfang von drei Unterrichtsstunden wöchentlich, möglichst am Rande des Unterrichtstages, aber nicht freitags. Diese Bedingungen zu sichern erfordert erheblichen organisatorischen Aufwand von Seiten der Schule und war bisher nicht an allen beteiligten Schulen möglich. Die Mitarbeiterinnen des Projekts hoffen auf Nachbesserung im neuen Schuljahr, vor allem im Zusammenhang damit, dass den Schulleitungen nach einem Jahr Erfolge des Projekts deutlich werden.
Die beteiligen Gruppen haben einen sehr hohen Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Die Lehrkräfte, in der Regel deutsche Mehrheitsangehörige, benötigen Unterstützung, um mit der Vielfalt der SchülerInnengruppen ressourcenorientiert umzugehen und Chancengleichheit zu ermöglichen. Die Projektmitarbeiterinnen von Grenzgänge bieten deshalb im zweiten Schuljahr Sensibilisierungskurse an und versuchen die Lehrkräfte für die Teilnahme zu gewinnen.
Der Ansatz Praxislernen im Stadttourismus kann in einer Vielzahl von Fächern und im Wahlpflichtfach eingesetzt werden, so in Deutsch, Deutsch als Zweitsprache, Sozialkunde, Geschichte, Geographie… Am besten eignet er sich für das fächerübergreifende Lernen. Deshalb ist es Anliegen der Projektmitarbeiternnen, das Prinzip in allen Fachbereichen bekannt zu machen und zu implementieren. Handlungsorientierung als Prinzip ist grundsätzlich in allen Fächern möglich. Grenzgänge kann hier Hinweise geben, die curriculare Organisation bleibt Aufgabe der Schule.
VII. Perspektiven
Praxislernen im Stadttourismus in Verbindung mit umfangreichen Trainingsequenzen kann dann nachhaltig wirken, wenn die Erfahrungen und Kompetenzen, die im Verlauf des Vorhabens entstehen und bereits entstanden sind, zum Bestandteil des Curriculums berufsbildender Schulen werden, hier in mehreren Fächern und Jahrgangsstufen zum Einsatz kommen und wenn Lehrkräfte für die Arbeit mit diesem Konzept qualifiziert werden.





